EU-Rahmenpolitik

Artikel 14 der Energieeffizienz-Richtlinie (2012/27/EU) fordert die Mitgliedstaaten auf, eine umfassende Einschätzung ihres Effizienzpotenzials für Wärme und Kälte vorzunehmen. Zusätzlich schreibt Artikel 22 (3) der EU-Richtlinie “Strom aus erneuerbaren Energieträgern” (2009/28/EC) vor, dass die Mitgliedstaaten geografische Orte anzeigen, die zur Nutzung von Energie aus erneuerbaren Energieträgern bei der Flächennutzungsplanung geeignet sind, sowie für die Einrichtung von Fernwärme und -kälte.

Wärme und Kälte sind an sich lokale/regionale Angelegenheiten. Daher gibt es aufgrund mangelnder grenzübergreifender Zusammenarbeit keinen europäischen Wärme- und/oder Kältemarkt, wenngleich einfache, übertragbare Lösungen vorhanden sind. Infolgedessen stehen, trotz der äußerst positiven Signale für die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien für Wärme und Kälte, gegeben durch die Richtlinien für Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energiequellen, dem Ziel eines hohen Anteils erneuerbarer Energien für Wärme und Kälte bis 2020 sowie dem Ausstieg aus der Kohleenergie bis 2050, drei Hauptbarrieren entgegen. Das Fehlen eines europäischen Wärme- und Kälteatlanten; das Fehlen eines effektiven Wissensaustausches; die Tatsache, dass die meisten nationalen Planungen lokale/regionale Potenziale unberücksichtigt lassen und umgekehrt, d.h. lokale Planungen werden üblicherweise nicht mit nationalen Zielen verbunden.

Durch seine Aktivitäten soll das STRATEGO-Projekt all diese Barrieren überwinden, indem nationalen und lokalen/regionalen Behörden ihre Potenziale aufgezeigt werden, durch einen betreuten Austausch von Wissen und Erfahrung und die Schließung der Lücke zwischen EU-Politik, nationalen Zielsetzungen und effektiven Entscheidungen auf regionalen und lokalen Ebenen.